Erkennen von Muskelverspannungen

Muskelverspannung kennt wahrscheinlich jeder Mensch. Durch die schlechte Haltung, jeden Tag vor dem Computer sitzen und durch unsere Gene, hatte mit Sicherheit jeder Mensch mindestens einmal in seinem Leben mit verspannter Rückenmuskulatur zu kämpfen.
Doch nicht nur wir Menschen haben mit unserer verspannten Muskulatur und Problemen im Bewegungsapparat zu kämpfen, unsere Hunden leiden mittlerweile genauso unter Verspannungen wie der Mensch.

Dass Rückenprobleme bei Hunden häufig vorkommen, überrascht nach wie vor viele Hundehalter, denn sie gehen davon aus, ihre Tiere litten nicht in so großen Ausmaß unter Zivilisationskrankheiten wie Menschen.“ – Zitat von Anders Hallgren „Rückenprobleme beim Hund – Untersuchungsreport“11429972_1622323631339488_466793298049534016_n

Die Lebensqualität, die Gemütslage, das Wohlbefinden sowie das Wesen des Hundes werden stark durch Schmerzen beziehungsweise Schmerzfreiheit bestimmt. Doch wie findet man eigentlich heraus, ob der eigene Hund unter Schmerzen leidet, die in nächster Folge zu Muskelverspannungen führen?

Im Gegensatz zu uns Menschen, kann uns der Hund leider nicht verbal mitteilen, was ihm Schmerzen verursacht. Die meisten Hunde reagieren erst, wenn der Schmerz fast unerträglich ist mit einem Fiepen oder Winseln. Unsere Hunde leiden meist nonverbal und man selbst, als Hundehalter, ist dafür verantwortlich diese „stumme“ Äußerung 10409597_1622323561339495_1417405245069607650_nzu erkennen, zu deuten und etwas dagegen zu unternehmen.

Doch wie kann ich als Hundehalter und „Laie“ nun herausfinden, ob mein Hund verspannt ist?

Natürliche und gesunde Bewegung sollte rhythmisch, geschmeidig, harmonisch und effizient ablaufen. Probleme im Bewegungsapparat bemerkt man erst, wenn die Bewegung ungewohnt oder anstrengend ist oder sogar weh tut.
Es gibt viele verschiedene Anzeichen für eine möglich Muskelverspannung beziehungsweise Probleme im Bewegungsapparat. Zu den bekanntesten zählen:

    • Plötzliche Bewegungsunlust (besonders bei Spaziergängen, Treppen steigen oder bei Sprüngen)
    • Vermeidung von Bewegung, die der Hund früher gern getan hat (Sprünge ins Auto/Sofa, Laufen, Treppen steigen)
    • Schwierigkeiten beim Aufstehen (mit oder ohne Lautäußerung)
    • Schmerzäußerung bei bestimmten Bewegungen
    • Ungeklärte Lahmheit einer oder mehrerer Gliedmaßen
    • Neu auftretende Berührungsempfindlichkeit
    • Steifheit (Läuft der Hund beispielsweise nach einer Ruhephase einige Schritte sehr steif und der Gang wird erst nach einiger Zeit gleichmäßiger)
    • Taktfehler und Unreinheiten der Gänge (wie zum Beispiel Passgang)
    • Unvermögen seinen Rücken seitwärts zu biegen
    • Laufen mit gesenktem Kopf, Probleme beim Drehen des Halses
    • Schleifender/ungleichmäßiger Gang (die Krallen sind unterschiedlich abgenutzt)
    • Vermehrtes Lecken an bestimmten Körperstellen
    • Verweigert das Anziehen des Equipments (Halsband oder Brustgeschirr)
    • Plötzliche Verhaltensveränderungen (ist der Hund z.B. ruhiger, ängstlicher oder aggressiver geworden, möchte nicht mehr spielen, will nicht mehr gestreichelt/berührt werden, etc.?)
    • Ungleich ausgebildete Muskulatur

 

Selbst die Essgewohnheiten und die Fellbeschaffenheit können sich durch Schmerzen verändern.
Auch wenn unsere Hunde uns nicht verbal sagen können, ob ihnen etwas Schmerzen bereitet oder Unwohlsein auslöst, gibt es doch etliche Signale auf die man achten kann. Einige Krankheiten, wie zum Beispiel immer wieder gefüllte Analdrüsen oder wiederkehrende Ohrenentzündungen, können durch Verspannungen hervorgerufen werden.

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Es kann auch hilfreich sein, einen Freund, der den Hund nicht tagtäglich sieht, oder den eigenen Hundetrainer zu fragen, ob ihm etwas an dem Hund auffällt. Manchmal fallen einem selbst Veränderungen nicht sofort auf, da man das eigene Tier ständig vor Augen hat.

Natürlich müssen diese Anzeichen nicht nur auf eine Verspannung hinweisen, deswegen ist es sehr wichtig den Hund von einem Tierarzt vor einer Massage untersuchen zu lassen, um mögliche Krankheiten auszuschließen. Weiters ist es nicht nur wichtig die Verspannung zu lösen sondern auch die Ursache zu finden und zu beheben.

 

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesem kurzen Artikel helfen konnte und bei Fragen können Sie sich selbstverständlich gerne an mich wenden.

Im Rahmen des freien Gewerbes Tierbetreuer (zu welchem die Tiermassage zählt) dürfen nur Maßnahmen am gesunden Tier ausgeübt werden. Die Diagnose, Therapie und Heilbehandlung von Tieren ist in Österreich dem Tierarzt vorbehalten.
Nach einem Erstgespräch bei mir findet immer eine Absprache mit Ihrem behandelndem Tierarzt statt!