Equipment: Norweger- und Sattelgeschirre

Wer mich persönlich kennt, weiß, dass die Wahl des richtigen Equipments ein sehr wichtiges Thema für mich ist. Das richtige Equipment kann viel zum Wohlbefinden unserer geliebten Vierbeiner beitragen. Außerdem ist es wichtig für spezielle Sportarten, wie zum Beispiel den Zugsport oder Mantrailing, das richtige Brustgeschirr auszuwählen.

In dieser Artikelserie möchte ich auf die verschiedenen Arten von Brustgeschirren und deren Vor- und Nachteilen eingehen.

Hundegeschirre gibt es mittlerweile in unzähligen Variationen. Egal welche Rasse oder welches Alter, es gibt für jeden Hund das passende Geschirr. Vor dem Kauf sollte man auf jeden Fall wissen, wofür man das Geschirr genau benötigt. Es macht beispielsweise einen Unterschied, ob man ein Geschirr für den normalen Alltagsgebrauch, für einen Angsthund – der aus den meisten Geschirren ausbrechen kann – oder für eine bestimmte Sportart benötigt.
Auch maßgeschneiderte Brustgeschirre sind heutzutage zu erschwinglichen Preisen erhältlich, wodurch das Argument, dass dem eigenen Hund kein Brustgeschirr passt, nur noch bedingt zutrifft.

Norwegergeschirr

(c) www.dogscout24.eshop.t-online.de/
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Das sogenannte Norwegergeschirr besteht aus einem Brustgurt, der vorne waagrecht über der Brust verläuft und dann auf beiden Seiten mit dem Rumpfgurt verbunden ist, der hinter den Vorderbeinen einmal um den Brustkorb führt. Die meisten Norwegergeschirre haben außerdem einen zusätzlichen Griff am Rücken.

Sattelgeschirr

(c) http://www.original-k9.de/
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Die Sattelgeschirre wurden durch die sogenannten „Julius K9 Powergeschirre“ bekannt. Diese gleichen im Aufbau dem Norwegergeschirr, jedoch haben diese auf dem Rücken eine sattelartige Platte.

Vorteile dieser Geschirrarten:

  • Es kann schnell an- bzw. ausgezogen werden.
  • Es kann von empfindlichen Hunden besser toleriert werden, da der Steg zwischen den Beinen fehlt.
  • Durch den Griff am Rücken kann man den Hund besser festhalten.
  • Es kann alternativ zum normalen Geschirr bei beispielsweise frischen Operationsnarben oder anderen Verletzungen getragen werden. (z.B. wen die Gurte bei einem anderen Geschirr ungünstig liegen)

 

Nachteile dieser Geschirrarten:

  • Es ist leicht sich aus dem Geschirr herauszuwinden, deshalb ist es für ängstliche oder zappelige Hunde weniger geeignet.
  • Sie haben wenige Verstellmöglichkeiten, wodurch sie nicht für alle Hunde geeignet sind.
  • Durch die besondere Bauart ist weniger Halt am Körper vorhanden und es kann dadurch leichter verrutschen.
  • Der Rumpfgurt sitzt oft zu weit vorne und schneidet in den Achseln ein.
  • Besonders Sattelgeschirre haben oft eine große Schnalle, welche oft in der Achsel- und Schulterregion einschneiden.
  • Der Brustgurt sitzt meist direkt auf den Schulterblättern und schränkt den Hund dadurch in der Bewegung ein.
  • Unter der sattelartigen Platte kann sich je nach Wetter Wärme oder Nässe stauen. Weiters kann ein unpassender Sattel drücken oder scheuern, bei Hunden mit längerem Fell kann dies zu Verfilzungen, zu Fellausfall oder zu wunden Stellen führen.

 

Viele Hundebesitzer schwärmen von den beliebten Norweger- bzw. Sattelgeschirren. Ich persönlich bin – aufgrund der Einschränkung der Vordergliedmaßen, welche oft zu Verspannungen in der Schulterregion führt, der Rumpfgurte, die oft in der Achsel einschneiden sowie der großen Schnalle bei Sattelgeschirren – nicht sonderlich begeistert von dieser Art der Geschirre.